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9.6.2018

Änderung Pkt.2

Aufgrund von Verrauchungsversuchen wurde der Pkt. 2 wie folgt geändert.

Hinweis: Es erfolgt keine Neuausgabe der gedruckten Version; die pdf-Version wird aktualisiert und die Käufer/LIzenznehmer erhalten in Bälde eine neue Version. 

2. Ansteuerungen von Lüftungsanlagen

2.1 Allgemeines

Lüftungsanlagen sind im Brandfall so zu betreiben, dass eine Verschleppung des Rauches in andere, ursprünglich vom Brand nicht betroffene Räume nicht begünstigt wird sowie bei Vorhandensein einer RWA-Anlage die Durchwirbelung deckennaher Rauchschichten hintangehalten wird.Soferne die Wirkungsweise einer Rauch- und Wärmeabzugsanlage im Brandfall durch den Betrieb einer Lüftungsanlage negativ beeinflusst werden kann, ist die Lüftungsanlage im Schutzbereich der RWA abzuschalten.

Unter einer negativen Beeinflussung versteht man das Einbringen von Frischluft in die stabile Rauchschicht

2.2 Abschaltungen

2.2.1 Für Objekte mit kleinzelligen Raumstrukturen gilt:

In Objekten im kleinzelligen Raumstrukturen (z. B. Wohnungen, Beherbergungsstätten, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, udgl.) sind Lüftungsanlagen bei Brandalarm nicht abzuschalten (Verhinderung einer Verrauchung über drucklose Leitungen).

Grundsätzlich gilt:

- Die Funktion „alle BFS ein“ (vulgo „Grüner DKM“) muß jedenfalls diese Lüftungen ansteuern und die zugehörigen Brandschutzklappen schließen

- In den Brandschutzplänen ist am jeweiligen Geschoßplan anzuführen, daß die betroffenen Lüftungen/BSK nicht automatisch bei Brandalarm angesteuert werden, sondern erst nach Auslösung des thermischen Elementes einer BSK schließen und manuell über den grünen DKM geschlossen werden können.

Hierbei ist nach folgenden Grundsätzen vorzugehen:

• Bei jeder Abschaltung einer Lüftungsanlage sind sämtliche Brandschutzklappen der Lüftungsanlage zu schließen.

• Wenn eine Brandschutzklappe thermisch anspricht, muss eine Gesamtabschaltung der betroffenen Lüftungsanlage vorgenommen werden.

• Bei Brandalarm in einer Lüftungszentrale und/oder Ansprechen eines Lüftungsleitungsmelders in der Zuluftleitung ist die jeweilige Lüftungsanlage abzuschalten.

• Mischluftanlagen sind bei Brandalarm oder Ansprechen des Lüftungsleitungsmelders in der Abluftleitung auf 100 % Fortluft umzuschalten.

• Zu- und Abluftventilatoren sind – sofern drehzahlgeregelt – bei Ansteuerung der Lüftungsanlage gemäß vorigem Punkt auf 100% Leistung hochzufahren.

Hinweise:

- Zum Schutz der Lüftungsanlage gegenüber unzulässigen Über- oder Unterdrücken sind je nach technischer Auslegung des Ventilators Maßnahmen zu treffen, dass es zu keiner Beschädigung der Luftleitungen kommt. Dies ist bereits bei der Planung der Anlage zur berücksichtigen.

- Zum Schutz bei einer etwaigen Abschaltung der Lüftungsanlage sollten Maßnahmen getroffen werden, dass in angrenzende Nutzungseinheiten ein Rauchübertritt hintangehalten wird. Dies kann mittels kaltrauchdichten Rückschlagklappen oder FLI-VE Elementen realisiert werden.

- Bezüglich der erforderlichen Prüfung und Klassifizierung der Schließzyklen (empfohlenes Prüfkriterium 10.000 Zyklen) wird auf die EN 15650 verwiesen.

2.2.2 Für alle anderen Objekte gilt:

Bei Alarm eines Melders im von der Lüftungsanlage versorgten Bereich wird die zugehörige Lüftungsanlage abgeschaltet und allfällige Brandschutzklappen des Versorgungsbereiches geschlossen.

Dies kann als Folgesteuerung der Lüftungsabschaltung über die „Externe Steuerzentrale“ gemäß ÖNORM F 3001, Pkt. 4.4 erfolgen oder direkt über Steuergruppen der Brandfallsteuerzentrale.

2.3 Technische Ausführung

2.3.1 Eine Ansteuerung von Lüftungsanlagen ist sowohl über Summenalarm als auch meldergruppenspezifisch möglich, wobei einer selektiven Ansteuerung der Vorzug zu geben ist.

2.3.2 Es ist zu beachten, daß in der Verknüpfungsmatrix (Ansteuerprotokoll) nicht nur die Meldergruppen der jeweils von der Lüftungsanlage ver-/entsorgten Räume berücksichtigt werden, sondern auch folgende Meldergruppen:

– Meldergruppen in den Klimazentralen/Lüftungszentralen

– Meldergruppen in den Lüftungsleitungen (bei Ventilatoren) selbst

2.3.3 Die Ansteuerung über die Brandfallsteuerzentrale muß so erfolgen, daß eine eindeutige Identifizierbarkeit der abgeschalteten Lüftungsanlage möglich ist; d.h. es sollte jeder Lüftungsanlage ein eigener Steuerkreis zugeteilt werden; dies ist auch im Zusammenhang mit eventuellen Wiedereinschaltungen (s.a. 2.4) von Bedeutung.

2.3.4 Das Wiedereinschalten der Lüftungsanlagen sollte neben der Einschaltmöglichkeit in der Lüftungszentrale selbst auch über die Brandfallsteuerzentrale möglich sein, und zwar einerseits automatisch bei Rücksetzen des Melderalarms und andererseits durch “Setzen” des betreffenden Steuerkreises (s.a. 2.4).

2.4 Einschaltungen

2.4.1 Allgemeines 

Einschaltungen von Lüftungsanlagen dienen in den meisten Fällen der Feuerwehr, um vom Brand betroffene verrauchte Bereiche nach Löschen des Brandes wieder ohne Atemschutzgeräte begehbar zu machen oder um im Brandfall selbst durch gezieltes Ein– bzw. Abschalten von Lüftungsanlagen einsatztaktisch erforderliche Maß- nahmen durchführen zu können.

Anmerkung: Im folgenden wird nur die Einschaltung über die Brandfallsteuerzentrale behandelt; allfällig erforderliche zusätzliche manuelle Einschaltmöglichkeiten bleiben hievon unberührt.

2.4.2 Die Ansteuerung muß in der gleichen Art und Weise wie die der Abschaltung erfolgen.

Aufgrund der möglicherweise erforderlichen differenzierten Wiedereinschaltung verschiedener Lüftungsanlagen sollte die Ansteuerung meldergruppenspezifisch erfolgen.

2.4.3 Das Einschalten der Lüftungsanlagen muß über die Brandfallsteuerzentrale erfolgen, und zwar entweder durch “Setzen” des betreffenden Steuerkreises oder durch ein vorhandenes eigenes Fernwirktableau.

2.4.4 Durch die Installation von “Rückmeldeleitungen” ist die erfolgte Einschaltung an der Brandfallsteuerzentrale anzuzeigen.

2.5 Entrauchungsanlagen (= Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Brandrauchverdünnungsanlagen)

Die Bestimmungen der TRVB 125 S sowie der ÖNORM H 6029 in der jeweiligen Letztfassung sind einzuhalten. Hinsichtlich der Programmiermatrix wird üblicherweise seitens der BFZ nur ein Summenalarm oder Brandabschnitts- bzw. Geschoßalarm an die Steuertafel für RWA geschickt. Alle weiteren Steuerungen erfolgen durch diese Steuertafel.

2.6 Stiegenhaus – Rauchabzugsöffnungen

Die Bestimmungen der TRVB 111 S in der jeweiligen Letztfassung sind einzuhalten.

Es muß gewährleistet sein, daß die manuelle Rücksetzeinrichtung für die Stiegenhaus-Rauchabzugsöffnung im Handauslösetaster Priorität hat, auch wenn die ansteuernde BMA weiterhin auf Alarm steht.

Die Ansteuerung ist über Summenalarm durchzuführen.

Bei Vorhandensein einer automatisch öffnenden Zuluftöffnung muß diese ebenfalls über die BMA angesteuert werden.

2.7 Druckbelüftungsanlagen 

Die Bestimmungen der TRVB 112 S in der jeweiligen Letztfassung sind einzuhalten.